Mehrstimmigkeit

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Der Begriff Mehrstimmigkeit ist selbsterklärend: er bedeutet, dass hörbar gleichzeitig mit einer (einstimmigen) Melodie weitere Töne erklingen, die etwas Eigenständiges tun: das können eine oder weitere Melodien sein, wie auch Akkorde oder einzelne Töne.

In der Musik unterschiedlicher Epochen und Regionen finden sich sehr viele unterschiedliche Formen der Mehrstimmigkeit.

* Unisono: im Prinzip ist der Einklang mehrerer Instrumente auch eine Form von Mehrstimmigkeit.

* Heterophonie: in diesem Fall spielen zwar alle Melodieinstrumente etwas sehr ähnliches, quasi jeweils eine Melodie, die im Kern dieselbe ist, die aber im Detail mehr oder weniger stark abweicht, was Verzierungen und und kleinere Varianten der Melodie betrifft. Es gibt je nach Kultur durchaus Auffassungsunterschiede, wieweit z.B. gleichzeitig gespielte, im Detail von einander abweichende Versionen ein- und desselben Stückes als Ein- oder Mehrstimmigkeit aufzufassen sind (typisch z.B. in der irischen Musik, in einigen Balkantraditionen, in Nordafrika...).

* Parallele Mehrstimmigkeit: Zwei oder mehr Instrumente spielen zwar dieselbe Melodielinie, aber von unterschiedlichen Tönen aus.

* Homophonie / Akkordische Begleitung: eine Melodie steht eindeutig im Vordergrund, die weiteren Stimmen liefern eine harmonische Grundierung ohne offensichtliches harmonisches Eigenleben. In der mittel- und osteuropäischen Musik z.B. als Nachschlag bzw. Kontra-Part verbreitet.

* Polyphonie: beteiligten Melodieinstrumente spielen mindestens zwei Melodien gleichzeitig, die auch ohne Bezug auf die jeweils andere Melodie ein eindeutiges Eigenleben führen (die Grenzen sind hier natürlich fliessend, da die Sinnhaftigkeit einer Melodie auch Geschmackssache ist bzw. von der musikalischen Sozialisation abhängt)

* Versteckte Mehrstimmigkeit: eine an sich einstimmige Melodie ist so sprunghaft angelegt, dass zwei oder mehr individuelle Stimmen hervortreten.