4. KlezMORE-Festival vom 25. Juni bis 8. Juli in Wien
In wenigen Tagen startet in Wien das jährliche KlezMORE-Festival, welches nun schon zum vierten Mal stattfindet. Insgesamt werden in den zwei Wochen zehn Konzertabende über die Bühne gehen, wobei an einem Abend oft zwei Gruppen auftreten. Zusätzlich zu den Konzerten wird ein Rahmenprogramm angeboten, das einlädt zur Teilnahme an Tanz- und Sing-Workshops, Filmvorführungen, Vorträgen, Führungen und Sessions. Letztere werden wieder im Lokal Tachles stattfinden und hoffentlich rege von Wiens Folksszene besucht und zum gemeinsamen Jammen genützt werden. Als Stage-Band fungieren wird heuer die Gruppe Nifty's.
Kommen wir zu den Empfehlungen. Da wäre einmal die Gruppe Di Fidl-Kapelye aus den Niederlanden, die am 1. Juli im Porgy & Bess auftritt. Ihre Besetzung mit zwei Violinen, Hackbrett und Kontrabass lässt auf eine traditionelle Spielweise schließen und man liegt mit dieser Vermutung nicht falsch, denn die vier Damen beherrschen den alten, osteuropäischen Stil aus dem Effeff. Aber ihr Interesse gilt nicht nur dem alten Repertoire, sondern auch dem neuen. So ließen sie sich von bekannten Musikern der Klezmer-Szene wie z.B. Frank London (Klezmatics) eigene Stücke komponieren, die sie nun dem Wiener Publikum zu Gehör bringen werden.
Ein weiterer Tipp ist Daniel Kahn. Der Amerikaner kommt aus der Singer/Songwriter-Szene und hat, bevor er sich dem jiddischen Lied zugewandt hat, schon mehrere Alben veröffentlicht. Sein Repertoire besteht aus einer Mischung von traditionellen jiddischen Liedern, selbstgeschriebenen Liedern (auf Englisch) und Stücken von Brecht/Weil. Der Stil ist keineswegs lieblich, sondern rauh und unpoliert. Seine Texte sind manchmal zornig, manchmal witzig, dann wieder nachdenklich. Im Februar war er anläßlich des Akkordeonfestivals schon einmal in Wien zu Gast, damals solo und leider nur vor wenigen Gästen im Miles Smiles, die dafür eine grandiose Show erlebten. Jetzt kehrt er wieder mit Band, am 4. Juli im Theater im Nestroyhof. Sollte man sich nicht entgehen lassen.
Weiters zu empfehlen ist der amerikanische Saxophonist und Klarinettist Alex Kontorovich, der von Klezmer ausgehend stark in Richtung Jazz geht (28. Juni im Ost Klub). Die Gruppe Nayekhovichi wiederum kommen aus Russland und spielen eine Mischung aus Klezmer, Punk und Ska (30. Juni in der Bunkerei im Augarten). Schon letztes Jahr angekündigt, aber nicht erschienen sind die derzeitigen Lieblinge der internationalen Szene, das Duo Lerner und Moguilevsky aus Argentinien (5. Juli in der Kirche am Gaussplatz). Sehr virtuos unterwegs sind sie auf Klavier bzw. Akkordeon, Klarinette und diversen anderen Instrumenten. Ihre Musik ist weniger Tanz- als Bühnenmusik.
Alle Infos zum Festival gibt es auf der dazugehörigen Webseite: www.klezmore-vienna.at
